Aktienindex


Aktienindex

Ich denke fast jeder Mensch, welcher mit dem Finanzmarkt bereits etwas zu tun gehabt hat, wird den Begriff Aktienindex schon einmal gehört haben.

Es handelt sich dabei, ganz einfach gesagt, um ein Börsenbarometer.

Ein Stimmungsbarometer, welches im Zusammenspiel mit den im Aktienindex enthaltenen einzelnen Aktientiteln, ein solides Spiegelbild für einzelne Länder bzw. Volkswirtschaften darstellt.

Als begonnen wurde einzelne Aktienindizes aufzustellen, jedes an der Börse teilhabende Land hat mindestens einen Leitindex, war dieses Instrument eigentlich nicht als einzeln zu handelndes Produkt gedacht.

Vielmehr sollten die erwähnten Stimmungen am Aktienmarkt dargestellt werden.

Der Aktienindex als handelbares Produkt

In der heutigen Zeit alternativer Finanzprodukte, bspw. Futures, kann sogar ein einzelner Aktienindex getradet werden.

Diese Möglichkeit wurde vorwiegend geschaffen, um von der früher zwingenden Auswahl einzelner Aktientitel zum Handel abzusehen.

Damit ist der Trader heutzutage in der Lage de facto die Entwicklungen ganzer Volkswirtschaften zu traden und außerdem etwaigen Schwankungen bestimmter einzelner Aktientitel nicht so extrem ausgeliefert zu sein.

Kategorien und Berechnungen der Indizes

Es gibt jedoch verschiedene Kategorien von Aktienindizes.

Die häufigsten und für die meisten Trader wahrscheinlich am interessantesten Indizes, sind die Vergleichsindizes und die Blue-Chip-Indizes.

Ein Vergleichsindex spiegelt regionale und globale Märkte ab und lässt Vergleiche zwischen einzelnen Fonds untereinander und/oder in Bezug auf andere Märkte und Branchen zu.

Besonders bekannte Aktienindizes, welche als Vergleichsindex gelten, sind zum Beispiel der S&P 500 und der EURO STOXX 50.

Ein Blue-Chip-Aktienindex gewährt einen Einblick in die größten börsennotierten Unternehmen eines Staates oder der ganzen Welt.

Eines der bekanntesten Beispiele ist dabei der DAX.

Theoretisch könnte man die einzelnen Aktienindizes in Zeiträume zurück rechnen, in denen dieser Aktienindex überhaupt noch nicht existierte.

Wichtig ist nur, dass die einzelnen, enthaltenen Aktientitel bereits existierten.

Für die meisten Aktienindizes wurde jedoch ein fester Startzeitpunkt festgelegt.

Es gibt zwei Arten der Berechnung eines Index.

Den Performanceindex und den Kursindex.

Der Performanceindex zeichnet sich durch das Ignorieren von Ausschüttungen aus.

Dividenden, Bezugsrechtserlöse etc. werden “imaginär” in die Aktien reinvestiert und ändern dementsprechend nichts am Kursverlauf. Weitestgehend als Performanceindex gilt beispielsweise der deutsche Leitindex Dax.

Der Kursindex, wird oftmals als der “ehrlichere” Aktienindex bezeichnet.

Warum?

Meist werden nur Sonderzahlungen und Bezugsrechte zur Bereinigung verwendet. Dividenden o.ä. sind nicht im Kurs enthalten.

Dementsprechend sinkt solch ein Aktienindex auch wirklich, auf Grund des verminderten Wertes der enthaltenen Aktientitel.

Es wird de facto nichts beschönigt.

Deshalb gelten Dow Jones, FTSE 100, CAC 40m Nikkei 225 etc. als die ehrlicheren Kursindizes.

Auf die technische und fundamentale Analyse, der mit diesen Aktienindizes verbundenen Branchen und Volkswirtschaften, hat dies aber keinen Einfluss.

Aktienindizes-Gewichtung der enthaltenen Aktientitel

Die höchstwahrscheinlich wichtigsten unterschiedlichen Gewichtungsmöglichkeiten stellen der Preisgewichtete Index und der Kapitalisierungsgewichtete Index dar.

Auch in diesem Fall gelten zum Beispiel der Nikkei 225 sowie der Dow Jones Industrial Average als die “ehrlicheren” Indizes.

Denn im preisgewichteten Aktienindex sind alle Aktien mit der gleichen Stückzahl vertreten. Ein höherer Kurs einer enthaltenen Aktie hat dann auch einen größeren Einfluss auf die Kursbewegungen des preisgewichteten Aktienindex.

Im Kapitalisierungsgewichteten Aktienindex wird im Gegensatz dazu die Marktkapitalisierung als der entscheidende Gewichtungspunkt betrachtet.

Das heißt: Anzahl der Aktien im Freefloat multipliziert mit dem jeweils aktuellen Kurs.

Fazit:

Es kann nicht abschließend festgestellt werden, welcher Art Aktienindex die “ehrlichere”, respektive sichere ist.

Denn die Gewichtung der preisgewichteten Aktienindizes ist ein zweischneidiges Schwert.

Es gibt nun einmal Branchen, welche größere Auswirkungen auf die jeweilige Volkswirtschaft haben, als andere.

Wenn alle Aktientitel, unterschiedlicher Branchen, gleich gewertet werden, kann das also zu einer “beschönigten” Situation führen.

Aktienindex Zusammensetzung – Ausscheiden und Aufnahme

Haben sich diverse Kriterien, wie zum Beispiel Mindestprozentsätze im Streubesitz, Marktkapitalisierung sowie Börsenumsatz, verbessert, dann können ausgewählte Aktien in ein höherwertigen Aktienindex aufgenommen werden.

Insolvenzen, dauerhafte Aussetzungen des Handels durch die Börsenaufsicht, Unterschreitungen der Streubesitz Kennzahlen und Kapitalmaßnahmen sind beispielsweise Gründe, für das Ausscheiden aus einem Aktienindex.

 

Aktienindizes:

 

Dax/Ger30(Monat)(Jahr)

Dow Jones / WS30 / UsaInd(Monat)(Jahr)

Euro Stoxx 50 / ESX50 / Euro50(Monat)Jahr)

S&P 500 / Usa500(Monat)(Jahr)

UK 100 / UK100(Monat)(Jahr)

CAC 40 / Fra40(Monat)(Jahr)

 

aktienindex-börsenbarometer
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(Bildquelle: Thorben Wengert)

(Quellen: FAZ Börsenlexikon, Wikipedia.org)